In diesem Beitrag zeigen wir, was SAP genau angekündigt hat, welche Risiken ein Weiterbetrieb von SAP Commerce On-Premises nach 2026 mit sich bringt, warum viele B2B-Unternehmen auf die SAP Commerce Cloud wechseln und wie eine pragmatische Roadmap bis zum Wartungsende aussehen kann. Natürlich beantworten wir auch die Frage, wie wir Sie dabei konkret unterstützen können.
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Was bedeutet die Ankündigung von SAP, die Wartung von SAP Commerce On-Premises einzustellen?
SAP hat die On-Premises-Linie von SAP Commerce offiziell abgekündigt. Die letzte verfügbare On-Premises-Version ist SAP Commerce 2205. Für diese Version endet die Mainstream-Wartung am 31. Juli 2026. Ab diesem Zeitpunkt gibt es für SAP Commerce On-Premises keine regulären Sicherheitsupdates, Patches oder neuen Features mehr. Neue Funktionen und Innovationen im Commerce-Umfeld stellt SAP nur noch für die SAP Commerce Cloud bereit.
In der Praxis ist häufig von „End-of-Life“, „End-of-Support“ oder „End of Mainstream Maintenance (EoMM)“ die Rede. Gemeint ist immer das Gleiche: SAP Commerce On-Premises wird zu einer Legacy-Plattform. Sie können die Plattform zwar weiter betreiben, tragen dann aber das volle Risiko selbst – insbesondere im Hinblick auf Sicherheit, Compliance und Integrationen.
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Was bedeutet das Support-Ende für Ihr B2B-Geschäft?
Rein technisch ist es möglich, SAP Commerce On-Premises auch nach dem 31. Juli 2026 weiterlaufen zu lassen. Aus unserer Erfahrung mit B2B-Unternehmen ist dies jedoch nur verantwortbar, wenn die Risiken bewusst bewertet und aktiv gemanagt werden. In vielen Fällen überwiegen die Nachteile und Risiken.
Risiken und Nachteile
Sicherheits- und Compliance-Risiken
Ohne regelmäßige Security-Patches steigt das Angriffsrisiko deutlich. Unentdeckte oder ungepatchte Schwachstellen in einer geschäftskritischen Commerce-Plattform können zu Datenlecks bei Kunden-, Preis- oder Bestelldaten führen. Besonders kritisch ist dies im B2B-E-Commerce, wo häufig sensible Konditionen, Rahmenverträge und individuelle Preise verarbeitet werden.
Hinzu kommen Compliance-Anforderungen. In Audits und Zertifizierungen – etwa nach ISO-Standards oder internen Richtlinien – können ungepatchte Systeme zu Problemen führen. Wer eine nicht mehr gewartete Commerce-Plattform produktiv einsetzt, muss in der Regel zusätzliche Schutzmaßnahmen vorweisen können.
Integrationen, Payment und regulatorische Vorgaben
SAP Commerce On-Premises ist in der Regel tief in die Unternehmenslandschaft integriert: ERP, CRM, PIM, Payment-Service-Provider, Identity- und Login-Dienste, Marketing-Systeme und mehr. All diese Systeme entwickeln sich weiter. Zahlungsanbieter ändern ihre APIs, Browser-Updates verändern das Nutzungsverhalten, neue regulatorische Vorgaben wie Strong Customer Authentication oder zusätzliche Datenschutzanforderungen kommen hinzu.
Ohne aktuelle Releases steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Integrationen brechen oder nur mit erheblichem Aufwand stabil gehalten werden können. Erfahrungsgemäß sind ad-hoc-Reparaturen auf einer Legacy-Plattform teuer, langsam und riskant – insbesondere dann, wenn nur noch wenige Expert:innen im Unternehmen oder beim Dienstleister das System im Detail kennen.
Innovationsfähigkeit und Wettbewerb
Mit dem Fokus auf die SAP Commerce Cloud verlagert SAP die gesamte Commerce-Innovation in die Cloud. Dazu gehören moderne Personalisierungsfunktionen, eine KI-gestützte Suche und Empfehlungen, intelligentes Merchandising oder Omnichannel-Funktionen wie Self-Service- und Service-Portale sowie Marktplatzanbindungen.
Wer bei SAP Commerce On-Premises bleibt, schränkt seine Innovationsfähigkeit ein. Release- und Go-to-Market-Zyklen werden länger, weil jede Neuerung individuell entwickelt, integriert und getestet werden muss. Maktbegleiter, die bereits auf SAP Commerce Cloud setzen, können neue Funktionen schneller einführen und ihrer B2B-Kundschaft eine zeitgemäße Customer Experience bieten.
Kosten, Ressourcen und technische Schulden
Auf den ersten Blick scheint es günstiger zu sein, SAP Commerce On-Premises nach 2026 einfach „weiterlaufen“ zu lassen. In der Praxis steigt der Gesamtaufwand mit der Zeit jedoch. Die Betriebskosten für Workarounds und Sonderlösungen nehmen zu, weil Funktionen, die im Cloud-Standard vorhanden wären, individuell entwickelt und gewartet werden müssen. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von wenigen Expert:innen, die die Legacy-Installation noch wirklich kennen.
Hinzu kommen potenzielle Kosten durch Ausfälle, Sicherheitsvorfälle oder Integrationsprobleme. Viele Unternehmen, die auf Legacy-Systeme gesetzt haben, stellten im Rückblick fest, dass die Gesamtkosten aus Betrieb, Ad-hoc-Fixes und Risikopuffer höher liegen als die Investition in eine geplante Migration auf ein neues System.
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Warum SAP Commerce Cloud die logische Nachfolgeplattform ist
Die SAP Commerce Cloud ist die cloudbasierte Weiterentwicklung der bekannten Hybris- bzw. SAP-Commerce-Plattform. SAP bündelt seine Innovationskraft im Commerce-Bereich konsequent in dieser Lösung. Für B2B-Unternehmen bietet sie mehrere entscheidende Vorteile.
Ein zentrales Argument ist die nahtlose Integration in SAP-Backend-Systeme wie SAP S/4HANA und das SAP Customer Experience Portfolio. Durch standardisierte Schnittstellen und vorkonfigurierte Integrationsszenarien lassen sich durchgängige Vertriebs- und Serviceprozesse aufbauen – von der Verfügbarkeitsprüfung über individuelle Preise bis hin zu Genehmigungs-Workflows im B2B-Einkauf.
Hinzu kommt die Skalierbarkeit. Die SAP Commerce Cloud ist darauf ausgelegt, internationale Portale, mehrere Marken und komplexe Multi-Market-Szenarien abzubilden. Peaks im Bestellvolumen, saisonale Schwankungen oder neue Landesgesellschaften lassen sich flexibler abfangen, ohne dass Sie selbst in Infrastruktur investieren müssen.
Ein weiterer Vorteil sind die regelmäßigen Updates. Statt eigener großer Release-Projekte profitieren Sie von einem kontinuierlichen Fluss an Verbesserungen, Sicherheitsupdates und neuen Funktionen. Das entlastet Ihr IT-Team und erlaubt kürzere Innovationszyklen.
Besonders relevant für B2B-Unternehmen sind die bereits im Standard unterstützten Use Cases: Kundenportale, Service-Portale, Ersatzteilshops, autorisierte Händlerportale, Rollen- und Rechtekonzepte für komplexe Einkaufsorganisationen. Als SAP Gold Partner mit Recognized Expertise für SAP Commerce kennen wir diese Szenarien aus vielen Projekten und wissen, wie sie sich in der Praxis umsetzen lassen.
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Ihre Roadmap in die Cloud
Das Support-Ende von SAP Commerce On-Premises bedeutet nicht automatisch ein unüberschaubares Großprojekt mit ungewissem Ausgang. Entscheidend ist ein klar geführter, pragmatischer Ansatz, der sich an Ihrer bestehenden Systemlandschaft orientiert und Ihnen Schritt für Schritt mehr Sicherheit bietet.
Genau hier setzen wir an und begleiten Sie nach dem bewährten SAP Activate Vorgehen in fünf Phasen:
- Prepare: Wir verschaffen uns zunächst gemeinsam mit Ihnen ein belastbares Bild Ihrer aktuellen SAP-Commerce-Installation auf fachlicher und technischer Ebene.
- Explore: Auf dieser Basis entwickeln wir ein realistisches Zielbild und eine Migrationsstrategie, die zu Ihren strategischen Zielen, Ressourcen und Ihrem Zeitplan passt.
- Realize: Wir bereiten die neue Umgebung vor, etablieren moderne Deployment-Prozesse und migrieren Entwicklungs- und Testlandschaften, sodass Sie schnell erste Ergebnisse sehen.
- Go-Live: Ein klar geplanter Cutover, abgestimmte Tests und die enge Begleitung Ihres Teams sorgen dafür, dass Ihre SAP Commerce Instanz ohne Abbruch weiterläuft.
- Run: Wir stehen für Hypercare und Support zur Verfügung und unterstützen Sie dabei, neue Funktionen, Märkte oder Kanäle gezielt auszubauen.
So entsteht Vertrauen in die neue Plattform – in der IT, in den Fachbereichen und bei Ihren Kund:innen.
SAP Commerce Cloud Migration
Sie möchten Ihre Commerce-Plattform modernisieren und gleichzeitig auf die SAP Commerce Cloud umsteigen? Wir unterstützen Sie dabei, aus dem Support-Ende ein Innovationsprojekt zu machen.
- Klar geführte Migration in die SAP Commerce Cloud
- Stabile Prozesse
- Zukunftsfähige Basis für Ihren digitalen B2B-Vertrieb