4. September 2026
Update: 3. September 2026

Warum deine Stärken und Schwächen der Schlüssel zur richtigen Berufswahl sind

Viele Schüler:innen stellen sich irgendwann die Frage: Welcher Ausbildungsberuf passt zu mir? Eine bessere Frage wäre jedoch: Was macht mich eigentlich aus, was kann ich gut, auch abseits von Schulnoten? Wer seine eigenen Stärken kennt und ehrlich mit seinen Schwächen umgeht, findet leichter einen Beruf, der langfristig Spaß macht. Lea Werner, Ausbilderin bei Arineo, erklärt im Interview, warum Selbstreflexion der beste Kompass für die Berufswahl ist.

Viele denken zuerst an den Beruf – dabei sollten sie zuerst an sich selbst denken.

Lea, viele Schüler:innen fragen sich: „Welcher Beruf passt zu mir?“ Warum sollten sie sich zuerst mit ihren eigenen Stärken und Schwächen beschäftigen?

Lea: Ich glaube, dass genau das der wichtigste erste Schritt ist. Viele möchten möglichst schnell wissen, welchen Beruf sie später einmal ausüben sollen. Dabei lohnt es sich, zunächst herauszufinden: Was interessiert mich? Worin bin ich gut? Was macht mir Spaß?

Denn: Wer sich selbst gut kennt, kann viel besser einschätzen, welche Aufgaben Freude machen und welche Arbeitsweise zu einem passt. Es geht dabei gar nicht darum, schon alle Antworten zu haben oder perfekt zu sein. Viel wichtiger ist, die eigenen Interessen, Stärken und Entwicklungsfelder zu kennen. Das hilft dabei, einen Ausbildungsberuf zu wählen, der zu den eigenen Fähigkeiten und Interessen passt – und in dem man langfristig Freude an seiner Arbeit hat.

Wir beschäftigen uns auch im Bewerbungsgespräch genau mit diesen Fragen. Es lohnt sich also doppelt, sich schon vorher mit den eigenen Stärken auseinanderzusetzen.

Kennst du deine Stärken?

Bevor du über die Berufswahl nachdenkst oder dich für eine Ausbildung entscheidest, nimm dir einen Moment Zeit und stelle dir diese Fragen:

  • Welche Aufgaben machen mir besonders Spaß?
  • Wofür bekomme ich häufig Lob?
  • Welche Aufgaben übernehme ich freiwillig?
  • Arbeite ich lieber mit Menschen, Daten oder Technik?
  • Was möchte ich in den nächsten Jahren unbedingt lernen?
  • Welche Erfahrungen aus Freizeit, Sport oder Ehrenamt zeigen, was ich gut kann?

Wenn es dir schwerfällt, selbst Antworten zu finden, frage Eltern, Freund:innen oder Lehrkräfte. Je besser du dich selbst kennst oder kennenlernst, desto leichter findest du eine Ausbildung, die wirklich zu dir passt.

Welche Eigenschaften sind dir bei Bewerber:innen wichtig?

Lea: Uns sind Eigenschaften wie Neugier, Kommunikationsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative sehr wichtig. Auch der Wunsch, sich stetig weiterzuentwickeln, gehört für mich unbedingt dazu.

  • Neugier hilft dir zum Beispiel dabei, Prozesse wirklich verstehen zu wollen und nicht einfach bei der ersten Antwort stehenzubleiben. Du fragst dann eher nach: Warum läuft das hier so? Wo hakt es vielleicht? Und wie könnte man es besser machen?
  • Kommunikationsfähigkeit ist wichtig, weil du später viel mit Kund:innen und Kolleg:innen zusammenarbeitest. Du musst gut zuhören können, die richtigen Fragen stellen und auch komplexe Zusammenhänge verständlich erklären. Oft geht es ja genau darum, Anforderungen richtig zu verstehen und gemeinsam eine gute Lösung zu finden.
  • Eigeninitiative und Leistungsbereitschaft brauchst du, weil du im Laufe der Ausbildung immer mehr Verantwortung übernimmst. Wenn dir in einem Projekt noch Informationen fehlen, solltest du nicht einfach abwarten, sondern selbst nachfragen, recherchieren oder dir Unterstützung holen.

 

Wie steht es um Technikinteresse und KI, wenn man sich für die Ausbildung zur Fachinformatikerin oder zum Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse interessiert?

Lea: Technisches Interesse ist sehr wichtig für uns. Du musst kein IT-Profi sein, jedoch wissen wollen, wie digitale Technologien funktionieren und wie sie dabei helfen können, Prozesse in Unternehmen besser zu gestalten. Hilfreich ist auch, wenn du dich bereits mit technischen Themen beschäftigt und vielleicht erste Erfahrungen gesammelt hast.

Dazu gehört heute natürlich auch Künstliche Intelligenz. KI ist aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken und wird die Art, wie wir arbeiten, weiter verändern. Deshalb ist es eine Stärke, wenn du neuen Technologien offen gegenüberstehst, sie ausprobierst und gleichzeitig bereit bist, ihre Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.

 

Viele empfinden ihre Schwächen als Nachteil. Wie siehst du das als Ausbilderin?

Lea: Niemand startet perfekt in eine Ausbildung – und das erwarten wir auch gar nicht.

Eine Ausbildung ist schließlich dazu da, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Deshalb geben wir unseren Auszubildenden den Raum, Erfahrungen zu sammeln und ihren eigenen Weg zu finden. Jede und jeder entwickelt sich in einem anderen Tempo. Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und an sich zu arbeiten.

 

Kann sich während der Ausbildung herausstellen, dass die eigenen Stärken ganz woanders liegen als gedacht?

Lea: Das kann durchaus passieren. Der Grundfeiler für die Berufswahl ist es ja, die eigenen Stärken gut einordnen zu können. Und während der Ausbildung zeigt sich häufig, dass es noch weitere Stärken gibt und Eigenschaften, an denen weitergearbeitet werden kann.

Gerade deshalb vermitteln wir im ersten Ausbildungsjahr ein breites Grundlagenwissen. Unsere Auszubildenden lernen unterschiedliche Aufgaben und Rollen kennen und sammeln praktische Erfahrungen in echten Projekten.

Manche stellen dabei fest, dass ihnen die Beratung besonders liegt. Andere interessieren sich stärker für technische Themen, Projektleitung oder die Gestaltung von Geschäftsprozessen. Wer verschiedene Bereiche kennenlernen kann, findet viel leichter heraus, welche Aufgaben wirklich zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passen.

 

Wie unterstützt ihr eure Auszubildenden dabei, ihre Stärken weiterzuentwickeln oder vielleicht auch Neue dazuzugewinnen?

Lea: Bei Arineo übernehmen Auszubildende schon früh Verantwortung und arbeiten in Projekten mit. Gleichzeitig werden sie von erfahrenen Kolleg:innen und den Auszubildenden der höheren Ausbildungsjahre begleitet.

Besonders wichtig ist uns, dass niemand allein gelassen wird. Wir unterstützen uns gegenseitig, geben Feedback und schaffen eine Umgebung, in der man sich ausprobieren darf. So entstehen nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern auch persönliches Selbstvertrauen.

Unsere Ausbildung vermittelt bewusst ein breites Fundament. Dadurch lernen die Auszubildenden verschiedene Aufgaben und Rollen kennen und entwickeln ihre persönlichen Stärken gezielt weiter. Mit der Zeit zeigt sich oft ganz von selbst, ob jemand beispielsweise besonders gern berät, sich für technische Entwicklungen begeistert, Projekte steuern oder Geschäftsprozesse gestalten möchte. So finden unsere Auszubildenden nicht nur heraus, was sie gut können, sondern auch, mit welchen Aufgaben sie später im Berufsleben wirklich glücklich werden.

Trau dich, deinen eigenen Weg zu gehen

Welchen Rat möchtest du Schüler:innen geben, die sich gerade mit ihrer Berufswahl beschäftigen?

Lea: Mach dir nicht den Druck, heute schon alle Antworten zu kennen.

Probier Dinge aus, sammle Erfahrungen, zum Beispiel in einem Praktikum, im Verein oder im Ehrenamt, und bleib neugierig. Mit jeder Erfahrung lernst du dich selbst ein Stück besser kennen.

Wer weiß, was ihm Spaß macht, worin die eigenen Stärken liegen und woran er noch arbeiten möchte, trifft am Ende oft die besseren Entscheidungen. Denn der passende Ausbildungsberuf ist nicht der, in dem man von Anfang an alles kann – sondern der, in dem man sich mit Freude weiterentwickeln möchte.

Stärken stärken gehört zu unseren zentralen Werten

Bei Arineo glauben wir daran, dass jeder Mensch individuelle Stärken mitbringt. Deshalb gehört „Stärken stärken“ zu unseren zentralen Werten. Wir möchten unsere Auszubildenden nicht in eine bestimmte Richtung drängen, sondern sie dabei unterstützen, ihre Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. Denn wer seine Stärken kennt und gezielt ausbaut, findet leichter seinen eigenen Weg – in der Ausbildung und darüber hinaus.

Mehr über unsere Werte erfährst du hier.

Du denkst über eine Fachinformatik-Ausbildung mit Schwerpunkt Daten- und Prozessanalyse bei uns nach?

Folgende Eigenschaften helfen dir bei der Ausbildung und auch später in deinem Beruf besonders:

  • Du gehst gern auf Menschen zu und kommunizierst offen.
  • Du interessierst dich für digitale Technologien und möchtest verstehen, wie Unternehmen arbeiten.
  • Du denkst analytisch und hast Spaß daran, Zusammenhänge zu erkennen.
  • Du arbeitest gerne im Team und entwickelst gemeinsam Lösungen.
  • Du bist neugierig und möchtest dich kontinuierlich weiterentwickeln.
  • Du übernimmst Eigeninitiative und probierst neue Dinge aus.
  • Du interessierst dich für Künstliche Intelligenz und möchtest lernen, wie sie sinnvoll im Arbeitsalltag eingesetzt werden kann.

Perfekt musst du für eine Ausbildung  bei uns nicht sein. Viel wichtiger ist die Bereitschaft, dich weiterzuentwickeln und deine eigenen Stärken einzubringen. Denn genau dabei unterstützen wir dich während deiner Ausbildung bei Arineo.

Hast du Fragen?

Bei Fragen zu unserer Ausbildung, schau gern auch auf unserer Ausbildungsseite vorbei oder wende dich an unsere Ausbildungsverantwortliche Maike Thöle.

Susanne Spellerberg

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