Maike Thöle
2026年10月13日
Update: 2026年10月13日

Dein erster Auftritt. Warum uns persönliche Bewerbungsunterlagen wichtig sind.

Viele Jugendliche fragen sich, wie eine gute Bewerbung heute eigentlich aussieht. Muss das Anschreiben besonders kreativ sein? Darf oder muss ich KI nutzen? Und worauf achten Unternehmen wirklich? Im Interview erklärt unsere Ausbilderin Maike Thöle, worauf es ihr bei Bewerbungsunterlagen ankommt – und warum Persönlichkeit wichtiger ist als die perfekte Formulierung.

Viele Jugendliche machen sich vor der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen viele Gedanken. Was ist aus deiner Sicht das Wichtigste?

Maike: Das Wichtigste ist für mich, dass du authentisch bleibst und versuchst, schon mit deiner Bewerbung etwas von deiner Persönlichkeit zu zeigen. Überlege dir: Was macht mich besonders? Wo liegen meine Stärken? Und warum passt diese Ausbildung zu mir? Wenn du zum Beispiel eigene Projekte umgesetzt hast oder dich auch privat mit bestimmten Themen beschäftigst, dich vielleicht sozial engagierst, erzähl uns davon. Genau solche Informationen helfen uns dabei, einen ersten Eindruck davon zu bekommen, wer du bist und was dich interessiert.

Wozu braucht man heute überhaupt noch ein Anschreiben? Was sollte drin stehen und was nicht?

Maike: Das Anschreiben gibt dir die Möglichkeit, uns mehr über deine Motivation zu erzählen: Warum hast du  dich für diesen Ausbildungsberuf entschieden? Und warum möchtest du deine Ausbildung bei uns machen? Gleichzeitig kannst du dich schon ein Stück weit als Person vorstellen. Berichte über deine Stärken und warum du denkst, dass diese in der Ausbildung wichtig sind. Belege sie am besten mit konkreten Beispielen. Im Grunde kannst du dir beim Schreiben die Frage stellen: Warum sollte mich Arineo zu einem Gespräch einladen. Allgemeine Floskeln sagen dagegen wenig über dich aus. Dein Anschreiben muss nicht außergewöhnlich klingen – viel wichtiger ist, dass wir darin etwas über dich erfahren.

Viele nutzen heute KI beim Schreiben. Ist das in Ordnung?

Maike: Natürlich kannst du KI nutzen, um dir zum Beispiel Ideen zu holen oder einen Text sprachlich zu verbessern. Wichtig ist aber, dass die Inhalte von dir kommen und die Bewerbung am Ende auch wirklich zu dir passt. Übernimm also nicht einfach Formulierungen, die du selbst so nie verwenden würdest. Spätestens im Bewerbungsgespräch sprechen wir über deine Motivation und deine Erfahrungen. Dann sollte das, was du uns in deiner Bewerbung erzählt hast, auch stimmig sein und zu dir passen.

Bewerbung mit KI – ja oder nein?

KI kann dabei helfen, Ideen zu sammeln oder Texte sprachlich zu verbessern. Die Inhalte sollten jedoch immer von dir stammen und zu dir passen. Denn spätestens im Bewerbungsgespräch solltest du erklären können, warum du dich beworben hast und was dich ausmacht.

Muss ein Lebenslauf lückenlos und perfekt sein?

Maike: Ein Lebenslauf muss nicht perfekt sein. Wenn es Lücken gibt, kannst du einfach kurz erklären, was du in dieser Zeit gemacht hast, zum Beispiel „Orientierungsphase“ oder „ausbildungssuchend“. Wichtig ist vor allem, dass dein Lebenslauf übersichtlich und gut lesbar aufgebaut ist und eine klare Reihenfolge hat.

Interessant sind für uns außerdem nicht nur Schule oder bisherige berufliche Erfahrungen. Auch Praktika, eigene Projekte, Hobbys sowie Sprach- oder andere Kenntnisse können uns viel darüber verraten, was dich interessiert und welche Erfahrungen du bereits gesammelt hast.

 

Welche Unterlagen gehören heute eigentlich zu einer vollständigen Bewerbung?

Maike: Zu einer vollständigen Bewerbung gehören für uns ein Anschreiben, dein Lebenslauf und deine Schulzeugnisse. Wenn du darüber hinaus Praktikumsnachweise, Zertifikate oder andere relevante Unterlagen hast, kannst du diese gerne beifügen.

 

Welche Fehler begegnen dir besonders häufig?

Maike: Was immer wieder auffällt, sind sehr allgemeine Standardanschreiben, aus denen nicht hervorgeht, warum sich jemand gerade für diese Ausbildung oder für Arineo interessiert. Auch eine falsche Ansprechperson, Rechtschreibfehler oder unvollständige Unterlagen lassen sich mit einem letzten Check vor dem Abschicken gut vermeiden.

Mein Tipp deshalb: Hol dir Hilfe von Familie oder Freund:innen und lass deine Unterlagen gegenlesen. Andere entdecken häufig Fehler, die man selbst nach mehrmaligem Lesen nicht mehr sieht. Sie können dir außerdem sagen, ob deine Bewerbung verständlich und schlüssig ist und ob sie einen guten Eindruck davon vermittelt, wer du bist und warum du dich bewirbst. Das ist wichtig, weil deine Bewerbungsunterlagen meist unser erster Kontakt mit dir sind. Sie sollten uns deshalb einen möglichst guten und authentischen ersten Eindruck von dir vermitteln.

Und bevor du die Bewerbung abschickst, nimm dir selbst noch einmal ein paar Minuten Zeit und prüfe, ob alle Unterlagen vollständig und in der richtigen Reihenfolge sind.

Was überzeugt dich persönlich an einer Bewerbung?

Maike: Mich überzeugt es, wenn ich merke, dass sich jemand mit Arineo und der ausgeschriebenen Ausbildung beschäftigt hat. Wenn aus der Bewerbung deutlich wird, warum genau diese Ausbildung interessant ist und warum jemand sie gerne bei uns machen möchte, bekomme ich schon einen viel besseren Eindruck von der Person hinter der Bewerbung.

 

Welchen Rat möchtest du Bewerber:innen mit auf den Weg geben?

Maike: Sei du selbst und zeig uns, was dich ausmacht. Überlege dir, welche Stärken du mitbringst und warum die Ausbildung und Arineo zu dir passen könnten. Eine Bewerbung muss nicht perfekt sein – sie sollte vor allem zu dir passen.

FAQ

Das hängt vom Unternehmen ab. Wenn ein Anschreiben gewünscht ist, nutze es, um deine Motivation und deine Persönlichkeit zu zeigen.

Ja, als Unterstützung. Wichtig ist, dass die Bewerbung deine eigenen Gedanken widerspiegelt und du alle Inhalte selbst verstehst.

In der Regel reicht eine Seite vollkommen aus.

Bei uns gehören Anschreiben, Lebenslauf und die letzten Schulzeugnisse dazu. Wenn du Praktikumsnachweise oder Zertifikate hast, sende sie gerne mit ein.

Nein. Viel wichtiger ist, dass er persönlich, übersichtlich, vollständig und aktuell ist.

Sie können zeigen, welche Interessen, Stärken oder sozialen Kompetenzen du mitbringst.

Das ist bei einer Ausbildung eher normal. Praktika, Schulprojekte, Hobbys oder Engagement können daher einen guten Eindruck vermitteln.

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Susanne Spellerberg

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