„Wenn man dann die Ergebnisse sieht, die aus den eigenen Ideen entstanden sind, ist das sehr motivierend“

Das Göttinger IT-Unternehmen Arineo ist als Employee-Owned Company aufgebaut. Das bedeutet, dass das Unternehmen in Mitarbeiterhand liegt. Statt auf einer starken Hierarchie setzt der Dienstleister auf kollegiale Organisation und ein hohes Maß an Mitbestimmung der Mitarbeiter:innen bei der Gestaltung ihres Unternehmens. Wir haben Wibke Jellinghaus, Projektleiterin bei Arineo, und Dr. Astrid Selke, Personal- und Organisationsentwicklerin bei Arineo, die beide bis vor Kurzem dem Aufsichtsrat vorstanden, zu ihrer Arbeit befragt.

 

Hallo Wibke und Astrid! Ihr habt beide dem Aufsichtsrat von Arineo vorgestanden. Was hat eure Tätigkeit dabei beinhaltet?

Wibke Jellinghaus: Es gibt bestimmte Geschäfte, die die Zustimmung des Aufsichtsrats benötigen. Der Aufsichtsrat besteht aus 6 Personen und wird regelmäßig neu gewählt. So ändert sich die Zusammensetzung jedes Jahr und andere Kolleg:innen können neue Impulse einbringen. Das bringt neue Perspektiven und Ideen in die Diskussion.

Dr. Astrid Selke: Wir haben jeden Monat am Gremienmeeting mit der Geschäftsführung teilgenommen und so die Möglichkeit gehabt, bei vielen Dingen Einfluss zu nehmen und neue Ideen einzubringen. Die Zusammenarbeit war ein offenes, kollegiales Miteinander auf Augenhöhe.

 

Ihr konntet über den Aufsichtsrat das Unternehmen mitgestalten. Habt ihr Beispiele?

Jellinghaus: Wir haben das Glück gerade in der Corona-Zeit, von zu Hause arbeiten zu können. Aber es kann schwierig sein, Kinderbetreuung, Job-Anforderungen und die eigenen Bedürfnisse miteinander zu vereinbaren. Wir möchten, dass keine:r den Anschluss verliert oder sich im Stich gelassen fühlt. Wir wollen außerdem mehr Frauen für die Arbeit bei Arineo begeistern. Der Anteil an weiblichen Fachkräften in der IT-Branche ist niedrig, bei uns liegt er bei etwa 25 %. Daher machen wir z.B. mit Online-Vorträgen an Schulen auf Jobs in der IT aufmerksam. Dafür habe ich mich unter anderem als Mitglied des Aufsichtsrats eingesetzt. Aber das Engagement für die Themen hört mit der Aufgabe meiner Tätigkeit im Aufsichtsrat natürlich nicht auf.

Selke: Wir haben auch immer wieder Themen zur Unternehmenskultur eingebracht. Wie können wir dabei unterstützen, wenn unsere Kolleg:innen eine starke Überlast haben, nicht nur Corona-bedingt, sondern auch mit einer starken Auslastung in ihren Projekten. Ein anderes Beispiel wäre: Wir fördern, dass jede:r Verantwortung bei Arineo übernimmt. Unser Unternehmen liegt in Mitarbeitendenhand, da trägt jede:r von uns seinen Teil zum Erfolg von Arineo bei.

 

Gibt es für die Arineo-Mitarbeiter:innen auch die Möglichkeit, sich im Unternehmen und der Ausgestaltung seiner Kultur und Prozesse einzubringen?

Selke: Na klar! Wir haben ein Projekt, das sich mit der kollegialen Organisation beschäftigt. Außerdem haben wir unsere Werte mit der gesamten Belegschaft erarbeitet. Es gibt auch verschiedene Kreise wie Mentor:innen und Projektleiter:innen, die stetig im Austausch sind. Im Prinzip kann jede:r seine Ideen einbringen.

Jellinghaus: Jeder kann z.B. auf den Aufsichtsrat oder die Geschäftsführung zugehen, um ein Problem anzusprechen. Es ist für Arineo besonders wichtig, dass sich viele daran beteiligen das Unternehmen zu gestalten. Wir wollen die Vielfalt unter unseren Mitarbeitenden nutzen, um neue Geschäftsideen zu entwickeln und uns kontinuierlich zu verbessern.

 

Das beinhaltet ein hohes Maß an Eigenverantwortung bei den Mitarbeiter:innen. Funktioniert das?

Selke: Voraussetzung für Eigenverantwortung ist meines Erachtens gegenseitiges Vertrauen ineinander. Wir haben tolle Kolleg:innen, die sich stark mit Arineo identifizieren und Lust haben, sich mit ihren jeweiligen Fähigkeiten einzubringen. Freiräume bei der Gestaltung der Arbeit, z.B. unser Arbeitszeitkonto oder freie Arbeitsortswahl tragen dazu bei.

Jellinghaus: Vielleicht hat nicht jede:r direkt Lust, viel Eigenverantwortung zu übernehmen. Aber wenn man dann die Ergebnisse sieht, die aus den eigenen Ideen entstanden sind, ist das sehr motivierend.

 

Astrid, hast du das Gefühl, dass bei Arineo Beruf und Familie gut unter einen Hut zu bringen sind?

Selke: Ja, von Anfang an war es überhaupt kein Problem in Teilzeit zu arbeiten und je nach Projektlage die Termine so zu legen, wie es passt. Bei Arineo sind Kinder immer wieder gern gesehene Gäste im Büro, falls es mit der Betreuung nicht klappt. Arbeitszeit ist Teil der Lebenszeit und je besser man das in Einklang mit weiteren Interessen und Anforderungen bringen kann, desto entspannter ist es und desto besser ist unterm Strich auch das Arbeitsergebnis.

 

Als Projektleiterin bist du, Wibke, normalerweise viel beruflich unterwegs. Kannst du Beruf und Freizeit gut miteinander vereinbaren?

Jellinghaus: Klar ist das manchmal schwierig, aber meistens funktioniert das sehr gut. Reisezeit ist bei Arineo Arbeitszeit, d.h. es kann sein, dass ich in einer Woche viele Überstunden aufbaue durch Termine beim Kunden und die Fahrt dorthin. Durch das Arbeitszeitkonto kann ich die Überstunden dann wieder abbauen, mal früher Feierabend machen oder ganze Tage freinehmen.

 

Gibt es zu guter Letzt noch etwas, das ihr gerne mitteilen wollt?

Jellinghaus: Wir freuen uns natürlich immer über neue Kolleg:innen und haben auch eine ganze Menge offener Stellen derzeit ausgeschrieben. Dass die Arineo eine attraktive Arbeitgeberin ist hat auch die Top Job Umfrage bestätigt.

Selke: Schön, dass wir die Gelegenheit haben, uns und unsere Arbeit bei Arineo hier vorstellen zu können.

Danke für eure Zeit und eure Antworten!

Lust bekommen bei uns anzufangen? Dann schaut doch mal hier, ob nicht ein Job für euch dabei ist!

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Wibke Jellinghaus (li.) und Dr. Astrid Selke (re.) im Austausch.