SAP Commerce Cloud 1905: was ist neu?

Für alle, die es eilig haben: die wichtigsten Änderungen im Überblick

  • Das SmartEdit unterstützt nun den Spartacus Storefront (Open-Source JavaScript-Storefront)
  • Es gibt nun Workflows im SmartEdit zum Erstellen von Inhalten (eine langersehnte Funktion)
  • Die unterstützten/verwendeten Versionen von Java, MySQL und Spring wurden angehoben
  • Seiten für Transaktions-E-Mails sind nun verfügbar
  • Einige Rezepte aus dem Hybris Installer sind weggefallen
  • Die Ordnerstrukturen wurden verändert
  • Apache Maven (build-tools/apache-maven) ist nicht mehr im SAP Commerce Paket enthalten
  • Diverse Bugfixes
  • Das SmartEdit unterstützt nun den Spartacus Storefront (Open-Source JavaScript-Storefront)
  • Es gibt nun Workflows im SmartEdit zum Erstellen von Inhalten (eine langersehnte Funktion)
  • Die unterstützten/verwendeten Versionen von Java, MySQL und Spring wurden angehoben
  • Seiten für Transaktions-E-Mails sind nun verfügbar
  • Einige Rezepte aus dem Hybris Installer sind weggefallen
  • Die Ordnerstrukturen wurden verändert
  • Apache Maven (build-tools/apache-maven) ist nicht mehr im SAP Commerce Paket enthalten
  • Diverse Bugfixes

Für alle, die mehr Zeit haben: Details aus dem SAP Commerce 1905 Release

Spartacus Storefront
Der neue Angular-Storefront Spartacus ist ein entscheidender Schritt in Richtung Trennung von Backend und Frontend. Die Kommunikation zwischen Storefront und Backend findet nun ausschließlich über die OCC REST API statt. Eine komplette interaktive API-Dokumentation wird durch das Tool Swagger generiert und kann standardmäßig über die URL https://localhost:9002/rest/v2/swagger-ui.html erreicht werden.

Hintergrund: Das langfristige Ziel der Umstellung auf ein Angular-Frontend ist die Migration hin zu einer Progressive Web Application (PWA, Stand 11.6.2019). Damit soll eine “native” Ansicht der Applikation je nach Endgerät gewährleistet werden. Zudem lässt sich mit einer PWA die Lücke zwischen Website und App schließen. Der Vorteil für Shopbetreiber: Sie können mit geringem oder gar keinem Aufwand eine App bereitstellen.

Technisch baut der Storefront auf das Angular CLI, Node.js und Yarn auf. Für die Storefrontentwicklung wird MS Visual Studio Code empfohlen und mit einer von der SAP gepflegten Liste von Extensions (zu finden im Spartacus-GitHub) versorgt.
Der Spartacus-Storefront ist mit der SAP Commerce Version 1811 kompatibel. Aber Achtung: um ihn im SmartEdit zu editieren, ist die neue Version 1905 zwingend notwendig. Auch andere Features setzen die neue Version voraus, wie zum Beispiel die neuen CmsFlexComponents und die „Passwort vergessen / wiederherstellen“-Funktion des Spartacus-Storefronts.

Das Release der Spartacusversion 1.0 ist für Juni 2019 geplant (“The first release (1.0) is planned for the third week of June, a few weeks after the release of SAP Commerce Cloud 1905” - SAP Spartacus Storefront GitHub Wiki, 6.6.2019). Ein weiteres Majorrelease ist in den folgenden sechs Monaten nicht vorgesehen, außer der Sprung zur nächsten Angular Version (Angular Ivy) verspräche deutliche Verbesserungen. Laut Roadmap sollen aber regelmäßige Updates im 2-Wochen-Rhythmus ausgeliefert werden. Spannende Änderungen erwarten wir vor allem im Q3 2019, da das Cloud Cart, das Cloud Search sowie das B2C Guest Checkout Feature für dieses Release angekündigt sind.
Änderungen am SmartEdit

Workflows
Das Verwalten von Website-Inhalten ist oft ein mehrstufiger Prozess:  Verschiedene Interessengruppen müssen zusammenarbeiten, um Inhalte für die Veröffentlichung vorzubereiten. Zur Koordinierung komplexer Prozesse führt SAP Commerce Cloud in der Version 1905 für das SmartEdit praktische CMS-Workflows ein. Sie helfen dabei, Geschäftsprozesse zu automatisieren und erleichtern die Team-Zusammenarbeit im Bereich Content Management.

Ein Beispiel eines Workflows ist in der SAP Commerce Help im Video zu finden.

Spartacus JS Storefront
Das SmartEdit beinhaltet nun einen vollständigen Support für den Spartacus JS Storefront. Inhalte des Storefronts lassen sich nun offiziell verwalten und personalisieren. Für eine Kontextualisierung (Sprache, Land, Datum, etc.) der zu verwaltenden Inhalte werden bei jedem Rest-Call Ticket-Token verwendet. Bei einer Überarbeitung des klassischen Storefronts wird dieser Ticket-Token über das iFrame des SmartEdit versendet.

Bessere Usability: UX Harmonization for SAP Product
Auch optisch hat das neue 1905 das ein oder andere im Smart Edit zu bieten. Die Navigation hat ein neues Aussehen. Es ermöglicht, einfacher zwischen den Seiten zu wechseln. Der Bereich, in denen die verschiedenen Devices (Geräte) gewählt werden können, und der Preview (Vorschau) Bereich haben sich auf die Rechte Seite des Screens verlagert.

Versionsanhebungen
Die SAP Commerce Cloud in der Version 1905 hebt einige der eingebundenen Techniken auf einen neueren Stand an. So wurde der Support von Spring 4 (Core 4.3.17.RELEASE) auf Spring 5 angehoben. Das hängt damit zusammen, dass der Support von Spring 4.3 im Jahr 2019 ausläuft. Zu den wichtigsten Neuerungen des Java-Frameworks Spring 5.1 gehört der Support der Java JDK 11.

SAP Commerce Cloud wird nun auf Basis von Java JDK 11 als Unterbau angetrieben. Die Unterstützung von Java JDK 11 bringt die Möglichkeit mit sich, Lambda-Funktionen via dem Schlüsselwort “var” zu deklarieren. Ebenso wurden HTTP Client API’s bearbeitet. Die wichtigste Änderung ist jedoch, dass Oracle mit Java 11 ein neues Lizenzmodel einführt. Das Java 11 Oracle JDK ist nur noch in der Entwicklung kostenlos nutzbar; in Produktion muss ein Support-Vertrag mit Oracle gegen eine entsprechende Gebühr abgeschlossen werden. Abhilfe könnte hier die Nutzung der SAP JVM für Produktivsysteme bringen, welche frei zur Nutzung von SAP Kunden zur Verfügung steht.

Weitere Features, für die es seit dem SAP Commerce Cloud 1905 Release Support gibt:
  • MySQL 8.x
  • Oracle 12.2
  • KUBE_PING
  • Solr 7.7.1.
Transaktionsmails
Ob Auftragsbestätigungen, Verkaufsförderungen oder Kontoaktivitäten, der Versand von E-Mails an Kunden kann im täglichen Geschäft viel Zeit in Anspruch nehmen. In der neuen Version können Content Manager direkt im SmartEdit Interface Transactional-Emails erstellen und updaten. Dies war eine der letzten verbliebenden Lücken im Web Content Management System (WCMS)-Cockpit.
Änderung des Installationsrezepte
Mit der Einführung von SAP Commerce Cloud 1905 ändern sich zweierlei Dinge bei der Installation eines initialen Shop-Systems. Als Erstes sei anzumerken, dass einige der in Version 1811 noch zur Verfügung stehenden Recipes entfernt wurden. Darunter befinden sich folgende Recipes:

  • b2b_acc
  • b2c_b2b_oms_dockerized
  • b2c_acc
  • b2c_oms_dockerized
  • base_images
  • b2c_acc_cpq_dockerized
  • centralized_logging
  • b2c_acc_dockerized
  • b2c_acc_dockerized_gridfs
  • b2c_acc_oms
  • platform_only
  • platform_only_dockerized
  • platform_only_gridfs_dockerized
  • b2c_b2b_acc
  • y2ysync_dockerized
Die zweite wichtige Änderung: bei jeder Installation via Recipes muss nun zwingend ein initiales Admin-Passwort angegeben werden. Dieser neue Installationsschritt kann über zwei Wege vollzogen werden. Entweder wird an den Befehl “./install.sh -r [Recipe] initialize” der Parameter “-A local_property:initialpassword.admin=[Neues Passwort]” angehängt oder es wird vor der Installation die Property “initialpassword.admin” in einer manuell erstellten installer/customconfig/custom.properties Datei hinzugefügt. Im Anschluss an die Installation wird die Property automatisch in die /hybris/config/local.properties hinzugefügt und nach der Installation wieder entfernt. Bei einem späteren Initialize über “ant initialize” oder über das HAC ist dieser zusätzliche Schritt nicht mehr notwendig.
Änderung der Ordnerstruktur
Auch die Ordnerstruktur der Extensions, Addons und Modules hat sich mit der Version 1905 geändert. Ab dieser Version liegen nicht mehr Ordner, wie “ext-addons” und “ext-data” auf einer Ordnereben mit dem “custom” und “platform” Ordner. Stattdessen befinden sich auf dieser Ordnereben nun drei logisch voneinander getrennte Ordner. Ein “custom”-Ordner für alle eigenen erstellten Extensions, ein “platform”-Ordner mit dem Core des SAP Commerce Cloud und ein “modules”-Ordner, welcher jegliche Extensions, Addons und Modules aus dem Standard enthält. Eine Anpassung von bestehenden CI-Skripten könnte aufgrund der angepassten Pfade nötig werden.
Platform Changes
Mittels der samlsinglesignon Extension ist nun ein SSO-Login für Backend-Anwendungen möglich. Eine Synchronisierung von SAP Commerce Items auf externe Systeme wird über einen Outbound Sync ermöglicht. Dieser exportiert Änderungen automatisch auf das Zielsystem und kann gleichzeitig zu Monitoringzwecken eingesetzt werden.

Die neueste Version bringt allerdings nicht nur Neuerungen, Bugfixes und Zusätze. Einige der angestammten Extensions müssen sich verabschieden. Darunter sind z.B. oci, bmecat, classificationsystems, reportcockpit, mcc. Eine von der SAP gepflegte Liste befindet sich hier.

Im Backoffice werden die Zugriffsrechte der verschiedenen Rollen (Admin, User) konsequenter durchgesetzt. Produkte können nun nur von Admins erstellt und gelöscht werden; normale User haben standardmäßig nur noch Leserechte.